Entspannende Fußgängerzonen

©Jürgen Fälchle/Fotolia

Der Wohnort hat anscheinend einen größeren Einfluss auf unsere körperliche und seelische  Gesundheit, als bisher angenommen: Forscher der chinesischen Universität Hong Kong und der britischen Oxford University entdeckten jetzt einen engen Zusammenhang zwischen der Begehbarkeit einer Stadt, dem Blutdruck und Bluthochdruckrisiko der Menschen, die dort leben. Die Wissenschaftler hatten die britische Gesundheitsdatenbank (UK Biobank) mit rund 430.000 Teilnehmern aus 22 britischen Städten ausgewertet. Um das Aktivitätspotenzial eines Viertels zu messen, entwickelten die Forscher um Dr. Chinmoy Sarkar einen Index, der unter anderem Faktoren wie Wohn- und Einzelhandelsdichte, öffentliche Verkehrsmittel, Straßenbewegungen und die Nähe zu attraktiven Zielen umfasste. Wie sich herausstellte, stieg mit der Begehbarkeit eines Stadtteils auch die Wahrscheinlichkeit für einen normalen Blutdruck der Bewohner.

„Gut gestaltete Städte von heute werden gesunde Städte von morgen sein.“

Dr. Chinmoy Sarkar

Die Ergebnisse blieben auch nach Berücksichtigung möglicher Einflussfaktoren wie Einkommen, Bildungsniveau oder Lebensstil bestehen. Besonders ausgeprägt war die Schutzwirkung bei Teilnehmern im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, Frauen und Personen mit Wohnsitz in höher verdichteten und benachteiligten Stadtvierteln.

Bluthochdruck wird häufig durch Stress ausgelöst und gilt als wichtiger Risikofaktor für chronische und vor allem Herzgefäßerkrankungen. Im Sinne der öffentlichen Gesundheit sollten die Studien-Ergebnisse daher zukünftig bei der Stadtentwicklung und dem Städtebau berücksichtigt werden, so das Forscherteam.

Die Studie ist im Fachblatt International Journal of Hygiene and Environmental Health nachzulesen.

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