Heute schon dankbar gewesen?

In Zusammenhang mit Stressbewältigung taucht immer häufiger der Begriff Achtsamkeit auf. Zu Recht, denn es bedeutet, aufmerksam zu sein für die eigenen Bedürfnisse und Gefühle und Gedankenmuster mit Distanz betrachten zu können. Dies hilft auch in herausfordernden Situationen, immer wieder in die innere Balance zu kommen. Achtsamkeit bedeutet immer auch eine Wertschätzung des Augenblicks und Dankbarkeit für die kleinen und großen Dinge in unserem Leben.

Soweit die Theorie. Doch die Praxis sieht anders aus: Oft nehmen wir solche Augenblicke und Situationen nämlich nicht bewusst wahr. Das ist, als wenn wir die links und rechts am Wegesrand wachsenden Blumen nicht sehen, sondern stur geradeaus schauen. Dabei hätten wir am Ende des Tages vielleicht einen wunderschönen und üppigen Strauß zusammenbekommen.

Das Gute ist: Dankbar zu sein kann man lernen. Eine einfache und wirksame Möglichkeit dazu bietet ein Dankbarkeitstagebuch. Studien aus der Positiven Psychologie haben gezeigt, dass bewusste Dankbarkeit unser Wohlbefinden und Glückserleben nachweislich erhöhen.

Mein Tipp: Besorgen Sie sich ein schönes Notizbuch, und nehmen Sie sich jeden Abend ein paar Minuten Zeit und schreiben darin auf, wofür Sie an diesem Tag dankbar sind. Das müssen keine endlos langen Listen sein; drei Dinge genügen (sonst ist auch die Motivation für diese Aufgabe nach einem anstrengenden Tag gering). Dabei können Ihnen folgende Fragen helfen:

Was ist heute gut gelaufen?

Warum ist es heute gut gelaufen?

Das können Kleinigkeiten sein, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Sie einem Kunden weiterhelfen konnten oder der Nachwuchs eine gute Note mit nach Hause gebracht hat, nachdem Sie fleißig mit ihm geübt haben. Es können aber auch bedeutende Ereignisse sein, etwa, dass Sie endlich Ihre Traumwohnung gefunden haben, nachdem Sie monatelang die Mietangebote in der Zeitung studiert haben.

Am Anfang mag es für den einen oder anderen etwas befremdlich sein, vermeintliche Selbstverständlichkeiten aufzuschreiben. Nach und nach werden Sie jedoch erkennen, dass es jeden Tag Dinge gibt, für die man dankbar sein kann (etwa eine gemütliche Wohnung, wenn es draußen regnet oder die beste Freundin bzw. der beste Freund, die/der immerfür einen  da ist, wenn man sie/ihn braucht). Das lenkt das auch unser Bewusstsein vom Negativen immer mehr hin zu Positiven und trägt dazu bei, mit Stress-Situationen gelassener umzugehen. Gerade für die Nörgler unter uns kann diese eine sinnvolle (und heilsame ;-)) Übung sein.

Und hier verrate ich Ihnen noch einen persönlichen Tipp, der gut zum Thema passt und mir hilft zu erkennen, was ich alles an Gutem im Alltag erleben darf: Auf meinem Schreibtisch steht eine orangefarbene Glücks-Box (s. Bild). Jedes Mal (na ja, fast ;-)), wenn mir etwas Schönes widerfährt, schreibe ich dies auf einen kleinen Zettel und werfe ihn in die Glücksbox. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Glücksmomente da mit der Zeit zusammenkommen.

 

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