Leichter entspannen im Alltag, Übung 5

Leichter entspannen im AlltagBlöde und stressige Situationen im Alltag gibt es viele. In Folge 5 meines Acht-Wochen-Programms zum leichteren Entspannen im Alltag erfährst du, wie du sie positiv umdeuten kannst.

Angenommen, du stehst im Stau, obwohl du es gerade besonders eilig hast. Oder du wirst in der Bahn (unfreiwillig) Zeuge eines Streitgesprächs am Handy. Oder du erwischst im Supermarkt (mal wieder) die langsamste Kassiererin mit den kompliziertesten Kunden. Zugegeben: Auf den ersten Blick ist es schwierig, solchen Begebenheiten etwas Positives abzugewinnen. Vor allem das hilflose Ausgeliefertsein und der Kontrollverlust können den Adrenalin-Spiegel enorm in die Höhe treiben. Und doch lohnt es sich, derartige Stress-Situationen im Alltag positiv umzudeuten.

Im Bereich des Neurolinguistischem Programmierens (NLP) wird die Methode „Reframing“ genannt. Das bedeutet nichts anderes, als „einen neuen Rahmen geben“.  Für die Stressbewältigung im Alltag kann man das Bedeutungs-Reframing hervorragend nutzen. Hierbei gibt man also einem Sachverhalt oder einer (scheinbar blöden) Situation eine neue Bedeutung. Die Aufgabe besteht also darin, die Situation umzudeuten und aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

An ein paar Beispielen wird dies klarer:

  • Du hast das Gefühl, dass dir die Arbeit über den Kopf wächst? Wenn du (zu) viel zu tun hast, könnte das auch bedeuten, dass deine Leistung und Kompetenz sehr gefragt sind.
  • Du hältst dich für eine schlechte Mutter/einen schlechten Vater, weil dein Kind schon zum zweiten Mal eine „Fünf“ in Mathe mit nach Hause gebracht hat? Vielleicht hast du genügend mit deinem Nachwuchs geübt, aber er kommt einfach mit dem neuen Lehrer nicht zurecht.
  • Du hast das Gefühl, dass dir dein Partner in letzter Zeit nicht mehr richtig zuhört? Möglicherweise ist die abweisende Haltung kein Anzeichen für eine Beziehungskrise, sondern dein Schatz trägt ein Problem mit sich herum, mit dem er/sie dich nicht belasten möchte.

Wichtig zu wissen: Mit Schönfärberei und der rosa-roten Brille hat das „Reframen“ nichts zu tun. Vielmehr geht es darum, sich vom Scheuklappenblick und der Ich-Bezogenheit („Warum immer ich?“) zu lösen und einen anderen Blickwinkel einzunehmen, der zugleich neue Lösungsmöglichkeiten bietet. Wenn man erkennt, dass viele Begebenheiten nichts mit einem selbst zu tun haben, wird das Stressempfinden gleich geringer.

Und natürlich: Es ist noch kein/e Meister/in vom Himmel gefallen. Wichtig ist es, dass du das Umdeuten von scheinbar negativen Ereignissen im Alltag immer wieder übst. Bezogen auf das anfangs erwähnte Stau- Beispiel könnte das bedeuten: „Ich stehe im Stau, okay – Gelegenheit, ein Telefonat zu führen oder meine Lieblings-CD einzulegen.“ Und unter uns: Wenn es dir hilft, darfst du auch mal kurz schreien und fluchen (habe ich selbst auch schon das ein oder andere Mal getan ;-)). Im Auto hört dich ja keiner – im Gegensatz zu laut streitenden Menschen am Handy, denen du am besten mit Gelassenheit und einem Schmunzeln begegnest. Und an der langsamen Supermarkt-Kasse machst du einfach ein paar Atem- und Entspannungsübungen (s. hierzu auch Leichter entspannen im Alltag, Übung 3) oder wippst von den Fersen auf die Zehenspitzen (stärkt die Konzentration und beugt Venenproblemen vor) oder was auch immer dich in solchen Situationen entspannt.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.