Leichter entspannen im Alltag, Übung 7

Leichter entspannen im AlltagIn der 7. Folge meines Acht-Wochen-Programms zum leichteren Entspannen im Alltag erfährst du, wie du dich von negativen Gedanken trennen kannst.

Leider neigen wir alle mehr oder weniger dazu, eher die negativen Seiten an einer Sache zu sehen, anstatt uns an den positiven Aspekten zu erfreuen. Das betrifft die verschiedensten Phasen und Situationen in unserem Leben. Beispiel: Wir treffen eine alte Schulfreundin in der Stadt. Anstatt uns über das Wiedersehen nach so vielen Jahren zu freuen, fällt unser Lächeln etwas gequält aus, weil wir sofort daran denken müssen, dass sie uns damals den Freund ausgespannt hat (auch wenn wir ihm schon lange nicht mehr nachtrauern). Auch an den eigentlich schönen Urlaub denken wir mit gemischten Gefühlen zurück, nur weil im Restaurant einmal das Essen versalzen war. Und bekommen wir Lob für einen Vortrag, können wir es nicht annehmen, weil wir uns über zwei, drei kleine Versprecher ärgern (auch wenn sie außer uns kaum jemand bemerkt hat).

Alle diese Situationen zeigen: Negative Gedanken nehmen in unserem Alltag einen großem Raum ein. Wer trotz der momentanen gesellschaftlichen Herausforderungen optimistisch und hoffnungsvoll in die Zukunft blickt, erscheint schon fast verdächtig.

Eine wichtige Rolle spielen unser Perfektionismus und unsere hohen Ansprüche an uns selbst. Auch ich kann ein Lied davon singen. Ich habe mich jahrelang über Dinge geärgert, die nicht so gelaufen sind, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wenn ich daran denke, wie viel Zeit und Energie ich mit solchen Gedanken verschwendet habe! Heute ist das glücklicherweise anders (Mein Motto lautet inzwischen: „Nicht perfekt sein, nur gut!“). Dir fallen bestimmt auch zahlreiche Situationen ein, in denen negative Gedanken bei dir für (unnötigen) Stress gesorgt haben.

Doch warum sind negative Gedanken eigentlich so schädlich? Ganz einfach ausgedrückt, hinterlassen Sie eine Gedächtnisspur. Je öfter wir einen bestimmten Gedanken bewusst produzieren bzw. zulassen, desto mehr Spuren hinterlässt dies im unbewussten Teil des Gehirns. Mit der Zeit wird aus diesen Spuren eine viel befahrene Straße. Das bedeutet: Wenn du mit deinem Schicksal haderst und glaubst, nie glücklich und zufrieden zu sein, wird sich daran auch nichts ändern. Bist du dagegen fest davon überzeugt, dass sich alles zum Guten wendet, dann schaffst du mit dieser Einstellung die besten Voraussetzungen dafür, dass sich deine Wünsche auch erfüllen.

Es gibt eine gute Möglichkeit, mit der du ein besseres Bewusstsein für negative Gedanken entwickeln kannst: Frage dich in einer Stresssituation, wie dem Verkehrsstau: Wie fühlt sich das gerade an? Meistens wird die Befürchtung, lange warten zu müssen, auch körperlich spürbar, indem sich deine Muskeln anspannen, dein Herz schneller schlägt oder du nervös wirst. Schließe nun kurz die Augen, atme ein paarmal tief und ruhig ein und aus und stelle dir nun vor, wie sich der Stau langsam auflöst. Meist stellt sich alleine durch die mentale Vorstellung schon ein Gefühl der Erleichterung ein, und der Körper entspannt sich. Was dir dabei hilft:

Laut „Stopp“ sagen: Sollten sich negative Gedanken immer wieder einschleichen, sage jedes Mal sofort laut „Stopp“. Du kannst dies auch unterstreichen, indem du dabei deine Handinnenfläche nach vorne streckst oder dir ein Stopp-Schild vorstellst, dass du in der Hand hältst. Sei gewiss: Wenn du dies oft genug übst, wird dein Gehirn das Signal irgendwann auch verstehen und nicht mehr automatisch negative Gedanken zulassen.

Aufschreiben: Hilfreich ist es auch, sich negative Gedanken einfach von der Seele zu schreiben. Dann sind sie raus und können dich nicht mehr belasten. Da Sorgen und Probleme gerne abends beim Ins-Bett-Gehen oder in der Nacht auftauchen, ist es gut, einen Block und Stift in der Nachttisch-Schublade bereit zu halten und sie gleich zu notieren. Dann sind sie aus dem Kopf.

Geistige Mülltonne nutzen: Es gehört inzwischen zu meinem Morgen- und Abendritual: Unangenehme Gedanken, Gefühle und sogar Schmerzen werfe ich gedanklich in eine (goldene) Mülltonne. (Wer mag, kann negative Gedanken auch gedanklich auf eine Wolke legen oder mit einem Luftballon davonziehen lassen.) Das hat nicht mit Realitätsferne zu tun, sondern mit der festen Überzeugung, dass sie nicht zu mir gehören und sich alles zum Guten wenden wird. Denn was hilft es, sich weiter damit zu belasten? Probiere es einfach mal aus.

 

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