Mentale Zeitreise wirkt entlastend

Ein unsicherer Job, Beziehungsstress oder eine Krankheit: Wir werden immer wieder mit belastenden Situationen konfrontiert – das Leben ist schließlich kein Ponyhof. Doch es gibt eine einfache Möglichkeit, den Stress in solch schwierigen Phasen wirkungsvoll zu reduzieren: indem man eine mentale Zeitreise unternimmt und sich gedanklich in die ferne Zukunft versetzt.

Wie wirkungsvoll das sein kann, zeigt eine aktuelle Studie von Forschern der Universität London. Danach half eine „Auch-dies-wird-vorüber-gehen“-Haltung Teenagern, mit stressigen Situationen besser umzugehen und negative Gefühle zu verringern. Die Psychologen hatten junge Menschen im Alter zwischen 12 und  22 Jahren gebeten, sich bestimmte Szenarien vorzustellen. Manche davon waren negativ, wie etwa durch eine Prüfung zu fallen, und manche waren neutral, wie etwa ein Zimmer zu streichen.  In den schwierigen Situationen konnten die Probanden ihren Stresspegel effektiver senken, wenn sich selbst in ein bis zehn Jahren vorstellten, als wenn sie an die nahe Zukunft (Tage, Wochen oder Monate) dachten. Daraus schließen die Studienautoren, dass es nicht nur darauf ankommt, sich gedanklich von einem Problem zu entfernen, sondern dass dabei auch die Zeitspanne wichtig ist.

Dass das gedankliche Distanzieren helfen kann, den Stress zu verringern und leichter zu Problemlösungen zu gelangen, ist schon länger bekannt. Wie die neue Studie zeigt, funktioniert dies auch bei jungen Menschen. Bislang hatte man angenommen, dass es Jugendlichen größere Schwierigkeiten bereitet, ihre Gefühle in schwierigen Situationen zu kontrollieren, weil sie weniger Erfahrung mit Stress und oft nur eine vage Vorstellung von ihrer Zukunft haben. Doch nach den aktuellen Erkenntnissen scheint eine mentale Zeitreise bei Alt und Jung gleichermaßen gut zu funktionieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.