Mit dem „Kuh-Faktor“ gegen Stress

Bildquelle: Ryan Song/Unsplash

Dass Menschen aus ländlichen Regionen seltener an Allergien leiden als Stadtbewohner, ist schon länger bekannt. Wissenschaftler der Universität Ulm haben herausgefunden, dass Landbewohner mit Kontakt zu Nutztieren auch Stress immunologisch besser verkraften als Großstädter. Grund hierfür sind vermutlich Umweltbakterien, die Stadtbewohnern fehlen. Für Ihre im Fachmagazin PNAS veröffentlichte Studie hatten sie 40 gesunde männliche Probanden einem standardisierten Stresstest unterzogen und zusätzlich Stresshormone und immunologische Parameter erhoben. Vor und nach dem Test mussten die Teilnehmer Blut- und Speichelproben abgeben, um bestimmte Immunzellen und Stressparameter wie Cortisol zu erfassen. Ergebnis: Männer, die auf dem Land aufgewachsen sind, wiesen zwar hohe Stresswerte auf. Ihr Immunsystem reagierte jedoch nicht so stark wie das der Großstädter. Überschießende Immunantworten seien für die Gesundheit problematisch, weil sie häufig chronische Entzündungsreaktionen nach sich zögen, so Studienleiter Professor Stefan Reber. Diese Prozesse spielten unter anderem bei der Entstehung von Asthma und allergischen Erkrankungen eine Rolle, vergrößern aber auch das Risiko für psychische Erkrankungen. Vermutlich spielt hierbei der fehlende Kontakt zu bestimmten Bakterien eine Schlüsselrolle. Unklar ist noch, ob in der Stadt der frühe Kontakt mit Heimtieren wie Hunden oder Katzen einen ähnlichen Effekt hat wie der von Nutztieren bei Landbewohnern.

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