Auch das noch: Stress schadet dem weiblichen Gehirn

Wir alle kennen das: Stehen wir „unter Dampf“, werden wir schon mal vergesslich. Da bleibt der Schlüssel versehentlich liegen oder man vergisst, die Bluse aus der Reinigung abzuholen. Doch Stress hinterlässt auch langfristige Spuren im Gehirn. Möglicherweise erhöhen psychische Belastungen sogar das Demenz-Risiko. So zeigt eine neue US-Studie im Fachblatt Neurology, dass Menschen im mittleren Alter mit einem hohen Spiegel des Stresshormons Cortisol ein kleineres Gehirn aufweisen, das auch noch schlechter arbeitet. Frauen sind demnach vermutlich besonders anfällig für stressbedingte Veränderungen in der Gehirnstruktur.

Die Neurologen von der Harvard Medical School in Boston hatten im Rahmen der Framingham Heart-Studie die Daten von mehr als 2.200 Personen im Alter von durchschnittlich 49 Jahren ausgewertet. Die Probanden mussten morgendliche Blutproben abgeben und sich mehreren Gedächtnistests unterziehen. Die Veränderungen im Gehirn untersuchten die Wissenschaftler anhand von MRT-Bildern. Dabei zeigte sich, dass die Teilnehmer mit den höchsten Cortisol-Werten bei den Kognitionstests deutlich schlechter abschnitten als diejenigen mit normalen Stresshormonspiegeln. Doch nicht nur das: Die Probanden mit den höchsten Stresshormonwerten am Morgen wiesen auch ein geringeres Großhirnvolumen auf. Signifikante Unterschiede gab es hier jedoch nur für Frauen, nicht aber für Männer. Bezüglich der weißen Substanz im Gehirn zeigte sich ein Zusammenhang mit zwischen hohen Cortisol-Spiegeln und Schäden der betroffenen Nervenfasern. Eine Veränderung der weißen Substanz gilt als möglicher Auslöser einer Demenzerkrankung. Wie genau hohe Cortisol-Werte mit kognitiven Defiziten und Gehirnveränderungen zusammenhängen, ist noch unklar. Ebenso, ob die erhöhten Hormon-Spiegel Ursache oder Folge der Hirnveränderungen sind.

Meine Take-Home-Message für all diejenigen (und nicht nur für Frauen), die bis ins hohe Alter geistig fit bleiben wollen, ist: Das Gehirn fordern, aber sich nicht ständig überfordern. Also lieber mal einen Gang runterschalten und sich zwischendurch entspannen – auch wenn es nur ein paar Minuten sind. Das Gehirn und der wiedergefundene Schlüssel werden es einem danken. 😉

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