Weihnachts-Stress vermeiden (4): Richtig entspannen

© vvvita - Fotolia.com

© vvvita – Fotolia.com

Puh, die letzten Tage waren echt anstrengend für mich, weil trotz guter Planung einige ungeplante Stressoren hinzugekommen sind. Geht es Ihnen derzeit auch so? Ein Grund mehr, gerade jetzt für Entspannung zu sorgen. Doch bevor ich Ihnen einige Tipps nenne, lassen Sie uns klären, was denn in der (Vor-)Weihnachtszeit besonders stresst. Ich glaube, es ist vor allem das Gefühl, gerade jetzt – wo es doch eigentlich besinnlich und ruhig zugehen soll – unter Druck zu stehen.

So kommt zu Weihnachtsvorbereitungen noch der Wunsch (oder der Druck), zum Jahresende unerledigte berufliche und private Aufgaben vom Tisch haben zu wollen (Überspitzt formuliert, verhalten wir uns im Dezember oft so, als wenn es kein Januar mehr gäbe.). Oft werden uns noch zusätzlich Aufgaben „aufgedrückt“ (z. B. vom Chef), auf die wir keinen oder kaum Einfluss haben. Der damit verbundene Kontrollverlust und die eigenen und fremden hohen Erwartungen an uns verursachen Stress. Die Tatsache, dass auch viele Menschen um uns in diesen Tagen „herumwuseln“ und uns mit ihrer Hektik anstecken, macht die Sache nicht einfacher.

Die gute Nachricht: Es geht auch anders. Obwohl es kein Patentrezept für entspannte Weihnachten gibt und Sie für sich selbst wirksame Maßnahmen herausfinden müssen, gibt es doch einige Tipps, die sich bewährt haben: 

Positiv denken. Die Gedanken spielen bei der Stress-Entstehung eine zentrale Rolle. Daher lohnt es sich, sich einmal in Ruhe hinzusetzen und sich seine (meist negativen) Glaubenssätze, die wiederum unser Handeln bestimmen, bewusst zu machen und zu hinterfragen. So sorgt der Satz „Weihnachten muss perfekt ablaufen“ allein schon beim Lesen für Stress. Wie wäre es zu sagen „Ich möchte/darf die Vorweihnachtszeit genießen“?

Auch mal „Nein“ sagen:  Gerade Frauen tun sich schwer damit, weil sie sich für familiären Angelegenheiten (und damit auch Weihnachten und die damit verbundenen Vorbereitungen) allein verantwortlich fühlen. Doch was haben Sie und Ihre Familie davon, wenn Sie an Heiligabend völlig erschöpft unterm Weihnachtsbaum liegen? Trauen Sie sich, mal „Nein“ zu sagen, delegieren Sie Aufgaben und überlegen Sie: Welche Termine/aufgaben sind verzichtbar? Welche lassen sich problemlos aufs neue Jahr verschieben?

Auszeit nehmen: Vergessen Sie nicht, trotz voweihnachtlicher Hektik Zeit für sich selbst einzuplanen (Tipp: als Date mit sich selbst in den terminkalender eintragen). Oft genügen schon kleine Dinge, um zu entspannen – etwa ein heißes Bad nach einem anstrengen Tag, ein paar Yoga-Übungen oder eine Tasse Tee, die man bewusst genießt. Und was spricht dagegen, sich beim Familien-Weihnachtsfeier-Marathon mal für 20 Minuten auszuklinken und einen kurzen Spaziergang zu machen?

Bewusst langsam machen: In einer anstrengenden Phase (wie den letzten Tagen) erinnere ich mich gerne an das chinesische Sprichwort „Gehe langsam, wenn du es eilig hast“. Und tatsächlich: Wenn man bewusst das Tempo rausnehmt, ist man mehr „bei sich“, vergisst weniger  und macht weniger Fehler. Letztendlich schafft man so mehr, als wenn man hetzt und alles auf einmal erledigen will (s. hierzu a. meinen Beitrag „Mythos Mutlitasking“).

Sinne einschalten. In stressigen Zeiten haben wir oft einen regelrechten Scheuklappen-Blick, sehen weder links noch rechts von uns. Schalten Sie bewusst Ihre Sinne ein. Nehmen Sie auf dem Weg zur Arbeit den Sonnenaufgang bewusst wahr, oder erfreuen Sie sich abends an den weihnachtlich beleuchteten Häusern. Schnuppern Sie weihnachtliche Düfte von Tannen oder Zimtsterne. Spüren Sie die Wärme einer heißen Tasse Schokolade. Genießen Sie Zimtsterne, Lebkuchen oder was auch immer Sie jetzt gerne mögen.

Ihnen fallen bestimmt noch viele andere Dinge ein, die Ihnen jetzt gut tun. Mein Tipp: Schreiben Sie diese auf Ihre persönliche Weihnachts-Wohlfühl-Liste die Sie sich als Erinnerungs-Anker gut sichtbar über den Schreibtisch oder an den Badezimmer-Spiegel hängen und deren Tipps Sie bei Bedarf anwenden. Denn wenn Sie das Gefühl haben, etwas für sich selbst tun zu können, stellt sich auch das Weihnachtsgefühl leichter ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.