Willkommen zum Garten-Brainstorming

Es will einfach nicht weitergehen mit dem Kundenauftrag. Die zündende Idee fehlt, der Text ist langweilig und überhaupt: Man hat gerade so überhaupt keine Lust zu arbeiten. So ähnlich erging es auch mir in der letzten Woche. Wiederholtes E-Mail-Checken, Dehnübungen am Schreibtisch, Tee holen – keiner dieser kurzen Auszeiten brachte den ersehnten Geistesblitz. Was also tun?

Als Selbständige im Home-Office habe ich das Glück, etwas Grünes direkt vor der Tür zu haben. Also entschied ich mich, einfach mal kurz in den Garten zu gehen, um „etwas frische Luft zu schnappen“. Gesagt, getan: Ich atmete tief durch, ging an den Beeten entlang, schnupperte an den nach Vanille und Zitrone duftenden Rosen, bewunderte die neue leuchtend orangefarbene Dahlien-Blüte, pflückte mir ein paar reife, süße Himbeeren und aß sie mit Genuss.

Mein „Garten-Brainstorming“ sollte sich als gute Entscheidung erwiesen. Denn es dauerte nicht lange, und das Gedanken-Chaos in meinem Kopf begann sich zu lichten und meine Hirnströme wieder geordnet zu fließen. Schon bald kam mir eine tolle Idee und ich konnte gut gelaunt und voller Tatendrang an den Schreibtisch zurückkehren.

Was war passiert? Eine Erklärung dafür mag das berühmte Loslassen, eine andere der (räumliche) Perspektivenwechsel sein. Doch ich glaube, es steckt noch mehr dahinter – nämlich die Tatsache, dass die Natur uns hilft, uns im wahrsten Sinne des Wortes zu erden, uns in die innere Mitte oder Balance zu bringen. Mag der Garten auch noch so klein sein. So konnten Wissenschaftler schon vor Jahren nachweisen, dass bereits 20 Minuten Gartenarbeit die Konzentration von Stresshormonen im Körper drastisch senkt (s. a. Unkraut zupfen gegen Stress).

Die Sinnes-Ökopsychologie – ein spezieller Wissenschaftszweig der Ökopsychologie – geht zudem davon aus, dass unsere Lebensqualität in engem Zusammenhang mit der Beziehung zur Natur über unsere Sinne besteht. Und in der Natur werden unsere Sinne auf vielfältige Weise angesprochen (Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken). Je mehr Sinne beansprucht werden, desto größer ist nicht der Stress – im Gegenteil: Wir spüren uns selbst wieder und fühlen uns schlicht und einfach gut.

Gut, nun hat nicht jeder einen Garten oder Park direkt vor seiner Bürotür. Doch auch ein kurzer Spaziergang bzw. eine Besprechung im Gehen kann die geistige (und körperliche) Leistungsfähigkeit verbessern. Dass haben Studien ebenfalls bestätigt.

Gründe genug also, einfach mal an die frische Luft zu gehen, wenn unser Gehirn streikt oder wir neue Ideen brauchen.

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