Entspannt besser sehen

binoculars dog searching looking and observingHaben Sie schon einmal festgestellt, dass Sie in stressigen Zeiten schlechter sehen? Kein Wunder: Die Augen selbst sind nur zu etwa zehn Prozent am Sehvorgang beteiligt. Die eigentliche Informationsverarbeitung findet dagegen im Gehirn statt. Wird uns alles zu viel, haben wir im wahrsten Wortsinn „nicht mehr den Durchblick“. Auch unser körperliches Wohlbefinden beeinflusst unser Sehvermögen. So können sich z. B. Verspannungen im Nackenbereich, die ja ebenfalls oft stressbedingt sind, negativ auf die Sehleistung auswirken. Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) haben jetzt darauf hingewiesen, dass zu viel Stress im Privatleben oder am Arbeitsplatz sogar Sehstörungen auslösen kann.

Betroffen von der Retinopathia centralis serosa (RCS) sind vor allem dynamische, ehrgeizige und ungeduldige jüngere Männer unter 50 Jahren, weshalb Augenärzte auch von der „Managerkrankheit“ des Auges sprechen. Ursache sind möglicherweise erhöhte Konzentrationen des Stresshormons Cortisol im Blut. Wichtig: Bei plötzlichen Sehstörungen sollten Sie immer einen Augenarzt aufsuchen, um mögliche ernstere Ursachen abzuklären.

Treten Augenbeschwerden hauptsächlich bei Stress auf, können Sie einiges tun:

  • Ein ganzheitliches Sehtraining kann helfen, (stressbedingte) Seh-Gewohnheiten, Sicht- und Verhaltensweisen zu verändern. Adressen von Sehtrainern vermittelt der Verein für Gesundes Sehen
  • Fördern Sie die Durchblutung und Leistungsfähigkeit Ihrer Augen durch körperliche Bewegung (z. B. Joggen, Walken, Rad fahren).
  • Die Netzhaut braucht Sonnenlicht, um sich zu regenerieren und Sehfarbstoff (Purpur) neu zu bilden. Gehen Sie daher täglich ins Freie.
  • Ideal für die künstliche Beleuchtung, etwa am Schreibtisch, ist eine Vollspektrumlampe (erhältlich über das Internet, Sanitätshäuser). Sie entspricht am ehesten dem natürlichen Sonnenlicht.
  • Fördern Sie die Durchblutung und Leistungsfähigkeit Ihrer Augen durch körperliche Bewegung (z. B. Joggen, Walken, Rad fahren).
    Achten Sie auf eine „augenfreundliche“ Ernährung mit viel Beta-Carotin (Karotten, Paprika, Rote Bete, Aprikosen, Mango), Vitamin C (Zitrusfrüchte, Paprika), Vitamin E (Weizenkeimöl,Nüsse) und Lutein (Spinat, Rosenkohl, Brokkoli, Grünkohl).
  • Trinken Sie mindestens 2 Liter am Tag. Gut für die Sehkraft: Tee aus Gojibeeren (Chinesischem Bocksdorn).

Übung
Palmieren (von lat. palma = Handinnenfläche) ist eine der wichtigsten Grundübungen, um die Augen zu entspannen. Das Praktische: Sie können die Übung gut zwischendurch durchführen, wenn Ihre Augen z. B. durch viel Computerarbeit oder Lesen ermüdet sind. Auch Sie selbst werden hinterher viel leistungsfähiger sein.  So geht’s:

  • Sitzen oder liegen Sie bequem. Schließen Sie Ihre Augen.
  • Reiben Sie nun Ihre Hände aneinander, bis sie warm sind. Bedecken Sie die Augen mit leicht gewölbten Händinnenflächen, ohne die Augäpfel zu berühren. Die sich kreuzenden Finger liegen auf der Stirn. Achten Sie darauf, dass die Nase aus reichend Platz zum freien Atmen hat.
  • Stellen Sie sich vor, wie Augen und Mund lächeln. Genießen Sie die sich langsam einstellende Dunkelheit. Nehmen Sie wahr, wie die aus den Händen fließende Energie und Wärme Augen und Gesichtsmuskeln lockert und die Augenmuskeln loslassen.
  • Bleiben Sie solange in der Übung, wie es Ihnen gut tut.
  • Zum Beenden wie ein Schmetterling mit den Augen blinzeln.
  • Anschließend herzhaft räkeln, gähnen und in die Ferne schauen.

 

2 Antworten auf Entspannt besser sehen

  • Hannah sagt:

    Bei mir treten Sehstörungen und Schmerzen im Augenbereich vor allem in Kombination mit Kopfschmerzen auf. Dies hängt mit Sicherheit auch im engen Zusammenhang mit Stress und Überlastung der Augen zusammen. Vor allem die stundenlange Tätigkeit am PC schadet den Augen, langfristig kann sich dadurch sogar eine Kurzsichtigkeit entwickeln. Bewegung in der frischen Luft kann nie schaden, so bekommt Kopf samt Gehirn wieder neuen Sauerstoff und die Augen mal eine Pause vom elektrischen Desktop-Leuchten.

    • Stella Cornelius-Koch sagt:

      Liebe Frau Neubauer,
      ja, Stress gilt inzwischen als wichtiger Trigger-Faktor für Spannungskopfschmerzen und Migräne. Und das stundenlange Arbeiten am Bildschirm tut sein Übriges. Ihren Tipp, sich viel an der frischen Luft zu bewegen (baut Stress ab und verbessert die Durchblutung der Augen), kann ich nur teilen. 🙂

      Herzliche Grüße
      Stella Cornelius-Koch

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