Leichter entspannen im Alltag, Übung 8

Leichter entspannen im AlltagIn der letzten Folge meines Acht-Wochen-Programms zum leichteren Entspannen im Alltag erfährst du, warum du in akuten Stresssituationen bis 15 zählen solltest.

Manchmal könnte einem wirklich die Hutschnur platzen: Ein Gespräch oder eine Diskussion mit dem Partner oder der Kollegin gerät plötzlich aus dem Ruder. Dabei war der Anlass nichtig. Doch oft genügt schon ein Wort oder ein falscher Ton, und wir fühlen uns verletzt oder zu Unrecht angegriffen. Statt sachlich reagieren wir nur noch emotional. Bevor die Situation eskaliert, ist es wichtig, diese bewusst zu unterbrechen.

Ich weiß: Gerade temperamentvollen Zeitgenossen unter uns fällt dies schwer. Dennoch sollten auch sie versuchen, aus der Situation zu gehen, um sich erst einmal wieder zu beruhigen. So verhindert man nicht nur, dass (teures) Porzellan zu Bruch geht. In einer aufgeladenen Stimmung sagt oder tut man oft auch Dinge, die man hinterher bereut. Und weiter in der Diskussion kommt man in solchen Situationen ohnehin nicht. Da ist es allemal besser, einen kurzen „Stopp“ einzulegen und sich auch äußerlich von der Situation zu entfernen. Mit Flucht oder Konfliktvermeidung hat dies nur auf den ersten Blick etwas zu tun. Vielmehr geht es darum, wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Ist der erste Rauch verzogen, kann man auch wieder besser aufeinander zugehen. Ob man dazu auf die Toilette oder in den Keller geht oder einen kurzen Spaziergang macht, spielt keine Rolle. Wichtig ist, sich einen Raum zu suchen, in dem man ungestört ist.

Doch wie schafft man es, mitten im emotionalen Chaos den „Ausknopf“ zu finden und auch zu drücken?

Nun, mache dir klar, dass du dich (fast) immer entscheiden kannst, gelassen zu reagieren oder nicht. Sinnvoll ist es in kritischen Situationen, den 15-Sekunden-Reflex zu nutzen. Das bedeutet: Erst nach dieser Zeit entscheidet sich, ob wir uns aufregen wollen oder nicht. Nutze diesen kurzen Moment zur Beruhigung, indem du langsam und bewusst bis 15 zählst. Unterstützen kannst du dies, indem du dabei ein paarmal tief ein- und ausatmest. Wenn es dir leichter fällt, lege dazu deine Hände auf den Bauch. Je nach Situation und Temperament 😉 solltest du dir die Auszeit nehmen, die du brauchst, um wieder in die Ruhe zu kommen.

Dadurch sinken auch Blutdruck und Stresshormonwerte mit der Folge, dass deine Reaktion weniger gesundheitsschädlich ausfällt. Um langfristig gelassener zu werden, helfen dir Entspannungsverfahren wie beispielsweise die Progressive Muskelentspannung (PMR) nach Jacobson und das Autogene Training. Wie ich in der Übung 3 beschrieben habe, ist die PMR besonders leicht zu erlernen und gut in akuten Stresssituationen einsetzbar.

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