Mit Freude gegen den Stress

Meine liebe geschätzte Autoren-Kollegin, Bloggerin und Selbstfürsorge-Expertin Ellen Heidböhmer hat für meinen Blog einen Gastbeitrag geschrieben.

Auf ihrem Blog Die kleine Schmetterlingspause widmet sie sich dem Thema Selbstfürsorge und bietet zu den Themen Gesundheit, Wohlbefinden und Selbstfürsorge auch Online-Kurse an.

In dem folgenden Gast-Beitrag hat sie sich intensiv mit dem Thema Freude als wirksames Mittel gegen Stress beschäftigt und hierzu wertvolle Gedanken und Tipps zusammengetragen.

 

 

©Sabrina Zeuge

Stress – wer von uns hat ihn nicht? In der einen oder anderen Form gehört er für die meisten Menschen zum Leben dazu. Wir hinterfragen das gar nicht mehr. Jeder ist doch heutzutage gestresst, oder? Das ist halt so. An dem seit Jahren stark wachsenden Angebot an Büchern, CDs und Kursen zu Entspannung, Stressbewältigung, Burn-out Prophylaxe, Selbstfürsorge und Wellness lässt sich ablesen, wie groß unsere Belastung durch anhaltenden Stress tatsächlich ist.

Zum Glück entdecken immer mehr Menschen Meditation, Yoga und Entspannungstechniken. So lassen sich sowohl von außen kommender Stress wie Krisen in der Gesellschaft, Klimaerwärmung und Pandemien wie Covid19 als auch im Inneren entstehender Stress wie Existenzängste, Perfektionsstreben und Schuldgefühle gut in den Griff bekommen. Was darüber hinaus ein wunderbares Mittel gegen den Stress ist: Dinge, die Ihnen Freude bereiten. Das klingt zu einfach, um wahr zu sein. Es ist tatsächlich auch sehr einfach. Und die Wirkung ist verblüffend. Wenn Sie nur 15 Minuten am Tag mit etwas verbringen, was Sie mit Freude erfüllt (den Sonnenaufgang anschauen, Klavierspielen, Nähen, ein Dankbarkeitstagebuch führen), treten Sie in Verbindung mit Ihrer eigenen inneren Quelle. Hier sind Lebenskraft, Lebensfreude und Resilienz zuhause. Hier können Sie wieder auftanken, neue Kraft schöpfen und frische Impulse bekommen. Die Hormone und die Neurotransmitter, die jetzt freigesetzt werden, wirken als körpereigene Glücksbringer. Die Atmung vertieft sich, der Organismus wird mit ausreichend Sauerstoff versorgt, die Muskelspannung verringert sich spürbar, der Blutdruck reguliert sich, das Herz schlägt wieder ruhig und gleichmäßig, das Immunsystem wird gestärkt, sogar Konzentrations- und Denkfähigkeit verbessern sich. Appetit, Schmerzwahrnehmung und Schlaf-Wach-Rhythmus werden positiv beeinflusst. Kurz gesagt: Freude zu erleben ist ein wahrer Jungbrunnen für Körper, Geist und Seele. Dabei ist es völlig unerheblich, welche Art von Freude Sie erleben: ob Sie etwas tun, etwas lesen oder hören, was Ihnen Freude bereitet, ob Sie Vorfreude verspüren, sich mit anderen oder für andere freuen oder ob Sie freudigen Erinnerungen nachhängen – die positive Wirkung ist immer die gleiche.

Wenn Sie sich bisher nur hin und wieder etwas Freude gegönnt haben oder wenn Sie nach der Maxime „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ leben, möchte ich Sie ermutigen, der Freude einen festen Platz in Ihrem Alltag einzuräumen. Für Ihr gestrenges Über-Ich, Ihre Schwiegermutter oder die Nachbarn haben Sie ein gutes Argument: Sie tun etwas für Ihre Gesundheit!

Freude entsteht, so wie alle Gefühle, im limbischen System, einem sehr alten Teil unseres Gehirns. Teil dieses Systems ist die sogenannte Amygdala, zwei mandelförmige Gruppen von Kernen, die u.a. bedeutend für die Entstehung von Angst sind. Wird eine Situation aus der Erfahrung heraus als bedrohlich eingeschätzt, regt die Amygdala eine verstärkte Ausschüttung von Neurotransmittern und Stresshormone an, um dem Körper zu signalisieren, hier geschieht etwas möglicherweise Gefährliches.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts haben in einer Studie herausgefunden, dass Teilnehmer, die am Waldrand leben, deutlichere Hinweise auf eine physiologisch gesunde Struktur der Amygdala aufweisen.*

Ruhe und Stille sowie der Kontakt zur Natur sind also nachweislich gesund für das Gehirn. Das gilt sowohl für die erlebte Situation als auch für eine Situation, die man sich lediglich vorstellt.

Wenn Sie sich etwas besonders Gutes tun wollen, verbringen Sie Ihre täglichen 15 Minuten Freude in der Natur. Oder, wenn das nicht möglich ist, meditieren Sie eine Viertelstunde zu einer CD mit Naturgeräuschen. Wofür auch immer Sie sich entscheiden – fangen Sie heute noch damit an. Ihre Lebensqualität wird sich dauerhaft verbessern, und Sie sind besser geschützt gegen die negativen Auswirkungen von Stress.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Entdeckung der Freude!

Ellen Heidböhmer

 

* Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Scientific Reports, doi: 10.1038/s41598-017-12046-7, September 2017

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