Urlaub: Weil ich es mir wert bin!

Man in hat in a hammock on a summer dayEndlich Urlaub! Wer freut sich nicht darauf? Endlich ausschlafen, entspannen und erholen! Nur das tun, wozu man gerade Lust hat – ohne Termine und Verpflichtungen! Cocktails am Strand trinken, fremde Städte besichtigen oder eine neue Sportart ausprobieren! Die Firma kann mich mal! Von wegen: Tatsächlich gelingt es uns immer weniger, unsere Freizeit rein zur Erholung zu nutzen.

So können viele von uns selbst am Strand oder in den Bergen nicht abschalten, wie unter anderem eine repräsentative Umfrage der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ergab. Demnach denkt jeder Fünfte im Urlaub immer oder oft an die Arbeit, ein weiteres Viertel zumindest gelegentlich. Rund ein Sechstel der Beschäftigten nimmt sogar hin und wieder Urlaub, um berufliche Aufgaben in Ruhe zu erledigen. Auch dienstliche Kontakte sind inzwischen keine Seltenheit mehr: Jeder vierte Befragte wird zumindest gelegentlich in den Ferien vom Arbeitgeber, Kollegen oder Kunden kontaktiert. Experten wie Martin Keck, Chefarzt und Direktor der Klinik des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München, warnen: “Wenn man die Fähigkeit zur Regeneration verliert, man sich beispielsweise nicht einmal mehr im Urlaub erholen kann, ohne an die Arbeit zu denken, dann ist das ein großes Warnsignal.”

Doch wie schafft man es bloß am besten, im Urlaub auch wirklich zu entspannen? Dazu haben mich in den letzten Jahren schon mehrere Print- und Rundfunkkollegen befragt. Ein Patentrezept kenne ich leider auch nicht (wenn ich es kennen würde, wäre ich wohl schon längst reich ;-)). Aber es gibt einen Schlüssel, der uns die Tür zur wahren Erholung öffnen kann und den ich an dieser Stelle gerne verrate. Und der lautet schlicht und ergreifend:

Wertschätzung

Will heißen: Urlaub und Freizeit fängt in unseren Köpfen an. Wir müssen es uns einfach wert sein, uns Erholungspausen zu gönnen und diesen eine hohe Priorität einzuräumen.

Dazu gehört auch, „Nein“ zur ständigen Erreichbarkeit zu sagen und Dienst-Handy, Tablet und Co. nach Feierabend, wann immer es geht, auszuschalten. Wenn wir ständig im „Stand by-Modus“ sind, können wir unsere Akkus nun einmal nicht aufladen. Und das brauchen wir nun einmal für den oftmals stressigen Alltag.

Außerdem erhalten wir im Urlaub oft neue Impulse und einen Perspektivenwechsel, die uns helfen können, mit (neuen) Stressbelastungen im Alltag besser umzugehen. Da der Erholungseffekt erfahrungsgemäß schnell nachlässt, ist es wichtig, die Pausen zwischen den freien Tagen nicht zu lang werden zu lassen. Das heißt: Fahren Sie ruhig zwei Wochen in den Urlaub, aber gönnen Sie sich auch zwischendrin mal ein (verlängertes) freies Wochenende.

Hier noch ein paar hilfreiche Tipps für einen erholsamen Urlaub:

  1. Aufräumen: Es fällt leichter, in den “Urlaubs-Modus” zu schalten, wenn man einen symbolischen Schluss-Strich unter die Arbeit zieht – etwa, indem man am letzten Tag seinen Schreibtisch aufräumt oder sich durch ein Ritual (z. B. Eis essen gehen) bewusst vom Alltag verabschiedet.
  2. Planen: Das klingt erstmal nicht nach Erholung und In-den-Tag-Träumen. Doch notieren Sie am besten schon vor Beginn der Reise, welche Pläne Sie haben. Denn es zeigt Ihnen meist, dass Sie sich viel zuviel vorgenommen haben. Also: Streichen Sie die Hälfte wieder und heben sich diese Wünsche für später auf.
  3. Sich Zeit geben: Eine Fernreise kann ganz schön stressig sein – vom Jetlag einmal abgesehen. Daher: Lassen Sie sich Zeit, um die Umstellung zu verkraften und richtig “anzukommen”. Faustregel: Pro zwei Stunden Zeitverschiebung einen Tag Eingewöhnung einplanen.
  4. Flexibel bleiben: Die Kinder haben so gar keine Lust auf Shopping oder es schüttet und Sie müssen die Fahrradtour absagen? Ärgern Sie sich nicht darüber, sondern machen  einfach etwas anderes. Vielleicht klappt es ja an einem anderen Tag.
  5. An sich denken: Schaffen Sie Freiraum nur für sich selbst. Familie und Freunde haben im Urlaub oft unterschiedliche Erwartungen. Damit keiner zu kurz kommt: Reservieren Sie deshalb mindestens einen Tag, an dem jeder das tut kann, wozu er Lust hat.
  6. In sich hineinhören: Nehmen Sie Rücksicht auf Ihr Wohlbefinden. Erfahrungsgemäß kommt es am dritten Urlaubstag häufig zu einem Leistungstief. An diesem und an allen anderen Tagen, an denen Sie sich unwohl fühlen, nichts Anstrengendes einplanen.
  7. Stopp sagen: Versuchen Sie, möglichst nicht an die Firma zu denken und nicht anzurufen (Tipp: Stellen Sie sich gedanklich jedes Mal ein Stopp-Schild vor.) Machen Sie sich bewusst, dass Sie sich die freien Tage verdient haben und aus der Ferne meist ohnehin nichts ausrichten können. Wetten, dass die Firma auch nach Ihrer Rückkehr noch existiert?

Wie hat vor einiger Zeit ein geschätzter Redakteurskollege zu mir gesagt: „Ich kann auch Freizeit!“ Ich ebenfalls. Und Sie/ihr?

Was sind Ihre/eure Erfahrungen mit Urlaub? Wobei schalten/t Sie/ihr am besten ab?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.