Warum Shoppen mit Handy schief gehen kann

Closeup on smart phone online shopping in woman hand. Shopping center in background.Mit dem Handy am Ohr zwischen Gemüsetheke und Tiefkühlabteilung durch den Supermarkt zu streifen, scheint für immer mehr Menschen normal zu sein. Doch manchmal muss ich einfach über diese Angewohnheit lachen – auch über mich selbst. Vor allem, wenn mich jemand anruft, während ich gerade an der Kasse bezahlen muss, bin ich mit dieser Situation heillos überfordert (und die Kassiererin/der Kassierer zu Recht genervt ist): Fingern nach dem Handy, das Gespräch annehmen (mit einer Hand), gleichzeitig das Portemonnaie öffnen (mit der anderen Hand), bar oder mit EC-Karte bezahlen (jetzt bloß nicht vertippen!) und dann die Ware wieder in den Einkaufswagen legen (meist kreuz und quer) – am besten mit einem quengelnden Kind an der Hand („Mama, ich möchte noch Kaugummi!“). Das ist definitiv nichts für mich.

Daher habe ich es mir angewöhnt, in solchen Situationen gar nicht (oder nur ins Ausnahmesituationen) ans Telefon zu gehen (ich kann ja anschließend zurückrufen). Und das ist auch besser so, wie Forscher der Frankfurt School of Finance and Management jetzt bestätigen: Danach gelingt es uns schlechter, unsere Einkäufe zu erledigen, wenn wir dabei gleichzeitig telefonieren. In einer Studie sollen die Teilnehmer mit einem begrenzten finanziellen Budget drei verschiedene kalorienarme (!) Snacks für eine fiktive Reise mit einem Freund besorgen. Dabei sollten sie sich vorstellen, dass sie beide gerade auf Diät wären und nicht mehr als 500 Kilokalorien täglich durch Snacks zu sich nehmen wollten. Einige Probanden wurden gebeten, sich während der Aufgabe eine Sprachnachricht eines Freundes anzuhören. Die Forscher ermittelten in jeder Situation, ob sich die Käufer gerade in einem abwägenden (Warum-)Modus oder in einem umsetzenden (Wie-)Modus befanden, wobei Ersteres mehr kognitive Ressourcen erfordert. Tatsächlich waren die entschlosseneren „Wie-Shopper“ weniger abgelenkt. Im Gegensatz dazu hielten die nachdenkenden „Warum-Shopper“ die Kalorien-Vorgaben deutlich seltener ein. Die Studienautoren glauben, dass Multitasking für diejenigen unter uns, die sich gerade in einem „Warum-Modus“ befinden, zu schnelleren und unüberlegteren Kaufentscheidungen führt. Oder anders ausgedrückt: Gleichzeitiges Telefonieren beim Einkaufen kann uns in bestimmten Situationen so sehr ablenken und stressen, dass wir nicht mehr genau darauf achten, was im Einkaufswagen landet. Und das wiederum kann (ungesunde) Folgen haben, wie das Beispiel mit den vermeintlich kalorienarmen Snacks zeigt. Ein Argument mehr für mich, das Handy zukünftig in meiner Tasche zu lassen, wenn ich gerade eine schwierige Kaufentscheidung treffe.

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