Stressbewältigung

Ein vollkommen stressfreies Leben ist unrealistisch – schon allein deshalb, weil wir die gesellschaftlichen Bedingungen alleine kaum verändern können. Insofern ist auch der Begriff „Anti-Stress“ wenig sinnvoll. Was wir aber tun können, ist, unsere Reaktion auf Stress und den Umgang damit zu verändern. Zudem können wir uns das Rüstzeug oder einen Puffer für „stressige Zeiten“ zulegen, um besser vor den Folgen geschützt zu sein.

Da Stress etwas höchst Individuelles ist, ist es sinnvoll, ihm auch individuell zu begegnen. Ein Patent-Rezept gibt es nicht. Auch Standard-Anleitungen helfen nur wenig. Sie können allenfalls Anregungen zur Stressbewältigung bieten, weil sie die individuelle Lebenssituation jedes einzelnen nicht berücksichtigen. Mit solchen Standard-Tipps fehlt häufig auch die Motivation, etwas an seiner Situation zu verändern.

Das heißt: Um Stress bewältigen zu können, muss jeder seinen eigenen Weg finden. Folgende Schritte sind dabei hilfreich:

  1. Bewusstsein schaffen: Oft hetzen wir durch den Tag und haken ihn am Ende einfach ab, ohne dass uns überhaupt bewusst ist, was wir alles leisten. Sinnvoll ist es, in einer typischen Woche Protokoll über alle Aufgaben zu führen, die Sie am Tag erledigen und zu notieren, welche Gefühle diese in Ihnen auslösen. Das hilft Ihnen, einen Eindruck von Ihren täglichen Belastungen zu bekommen.
  2.  Stressfaktoren erkennen: Nehmen Sie die Liste und markieren Sie die wichtigsten Stressfaktoren, z. B. zeitliche Überlastung durch Job und Familie. Berücksichtigen Sie auch vermeintlich geringe, immer wieder-kehrende Belastungen, wie z. B. Streitereien mit dem Partner ums Geld. Grund: Sie können auf Dauer genauso belastend sein, wie ein kurzzeitig auftretender starker Stress, z. B. durch eine Trennung.
  3. Lösungsmöglichkeiten finden: Überlegen Sie, was anders sein müsste. Am besten ist es, immer mehrere Lösungsmöglichkeiten zu haben. Diese sollten Ihren individuellen Bedürfnissen entsprechen, aber auch realistisch und sinnvoll sein. Beispiel Jobstress: Anstatt gleich zu kündigen, lieber erst einmal versuchen, die Wochenarbeitszeit zu verringern oder die Abteilung zu wechseln.

Wichtig ist es zudem, positiv denken zu lernen, da negative Gedanken „Spuren“ im Gehirn hinterlassen, die wiederum Einfluss auf unsere Stressreaktion haben. Eine sinnvolle Maßnahme ist, stresserzeugende Gedanken durch stressabbauende Gedanken (Affirmationen) zu ersetzen.

Unabhängig vom gedanklichen Umgang mit Stress hat es sich bewährt, Stress durch körperliche Bewegung (Sport) und bewusstes Entspannen (Entspannungsverfahren) abzubauen. Auch hier gilt: Jeder muss seinen eigenen Weg finden und sich sein individuelles „Stressbewältigungs-Programm“ zusammenstellen.