Ratgeber

Entspannt besser leben
Stella Cornelius-Koch
Edition Forsbach, 2020
11 x 17 cm, 84 S., € 11,90
ISBN 978-3-95904-131-7

Monatsarchive: September 2015

Wenn die App stresst

Data synchronization of health book between smartwatch and smartSchrittzähler, Pulsmesser, Diät-Tipps oder Ernährungstagebücher: Gesundheits-Apps gibt es inzwischen viele. So hilfreich die Zusatzprogramme für Smartphone und Tablet-PC auch sind: Sie können mitunter zusätzlichen Stress verursachen. Das hat eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos und der Beruflichen Medienschule in Hamburg unter 1.000 Erwachsenen ergeben. Jeder fünfte aktive und rund jeder dritte ehemalige Nutzer gaben an, mehr Zeit als vorher für Planung und Organisation zu benötigen. Jeder vierte ehemalige Verwender fühlte sich durch die Nutzung der Apps sogar gestresst oder eingeschränkt. Und weitere 17 Prozent waren mit der Anwendung der Zusatzprogramme schlichtweg überfordert.

Mich machen die Ergebnisse nachdenklich: Denn einerseits können Apps eine wirksame Motivation für einen aktiveren Lebensstil sein. So habe ich mich als freie Redakteurin der Handelskrankenkasse (hkk) vor einiger Zeit intensiv mit dem Thema Wearables (Fitnessarmbänder und Co.) beschäftigt und herausgefunden, dass es viele interessante mobile Gesundheitswächter gibt. Andererseits können sie den Alltag auch unnötig komplizieren, wie die aktuelle Studie zeigt.

Ich persönlich mag es lieber einfach. Und so habe ich gestern, angeregt durch das Thema, meinen alten Schrittzähler reaktiviert, bei dem man rein gar nichts programmieren muss ;-). (Nur so viel: Das Ergebnis war trotz eines langen Schreibtischtags okay.) Doch ich frage mich: Müssen wir uns jeden Tag „verkabeln“ und „vermessen“ lassen? Denn wenn wir ehrlich sind, sagen nackte Zahlen wenig über unser subjektives Wohlbefinden aus. Schließlich macht es einen großen Unterschied, ob ich das Bewegungstraining nur „runterreiße“ oder ganz bewusst erlebe (indem ich etwa beim Laufen die frische Luft und die Landschaft genieße). Elektronische Helfer sind schön und gut. Doch wie wäre ist, öfter mal seine eigene „innere App“ zu aktivieren, bei der man in sich hineinzuhört und sich fragt, was man gerade braucht?