Monatsarchive: November 2015

Mach mal Pause!

Wann haben Sie es zum letzten Mal getan – bewusst eine Pause im hektischen Alltag eingelegt? Lange her? Dann geht es Ihnen wie vielen: Wir glauben, immer mehr Dinge in immer weniger Zeit erledigen zu müssen und kommen dabei oft nicht aus dem Hamsterrad heraus. Wie wichtig regelmäßige Pausen sind, darauf wies auch die Autorin Ursula Kals vor kurzem in der FAZ hin: „Pausen im Büroalltag: Kleine Fluchten, große Erholung“. In dem Artikel beschreibt sie sehr treffend, dass die Pausenkultur in den Unternehmen abnimmt. Und auch Arbeitnehmer haben immer mehr Schwierigkeiten, trotz guter Vorsätze mal gar nichts zu tun. Dabei ist dies etwas, dass wir ganz leicht ändern können: Denn es reicht schon eine kurze Auszeit von wenigen Minuten – Zeit, die locker wieder wettgemacht ist und uns sogar produktiver macht. Das ist inzwischen auch wissenschaftlich erwiesen. Tipp für all diejenigen, die sich im „Pause machen“ üben wollen: Kochen Sie sich eine Tasse Kaffee oder Tee und genießen Sie diese Schluck für Schluck ganz bewusst, ohne dabei etwas anderes zu tun. Wie sieht das Getränk aus? Wie duftet und schmeckt es? Wie fühlt sich die Wärme der Tasse in ihren Händen an? Diese Mini-Achtsamkeitsübung beruhigt, zentriert und hilft Ihnen, bewusster durch den Tag zu gehen. Wer mag, kann stattdessen auch ein paar Atemübungen machen oder kurz nach draußen gehen und bewusst die frische Luft genießen. Hauptsache, Sie machen mal wieder Pause!

Zeiträuber in die Flucht schlagen

Side view of a Common Magpie with jewellery, Pica pica, isolated on white„Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät?“ – die Titelmelodie von Paulchen Panther ist in unserem viel beschäftigten Alltag so aktuell wie nie. Auch ich habe in letzter Zeit verstärkt das Gefühl, dass sich bei mir ein Zeitdieb eingeschlichen hat (ich habe schon unter meinem Schreibtisch gesucht, aber niemanden entdeckt 😉 ). Dieses „Was-schon-so-spät-Gefühl und den damit verbundenen Stress kennen Sie bestimmt ebenfalls.

Doch was kann man dagegen tun?

Im Rahmen meiner Finde-deinen-Weg-aus-der-Stressfalle-Workshops beschäftige ich mich auch viel mit dem Thema Zeitmanagement. Dabei bin ich inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass allgemeine Zeitmanagement-Tipps nur bedingt funktionieren. So wird es immer wieder Situationen geben, wo wir – trotz bester Planung – „fremdbestimmt“ im Stau stehen oder in der Arztpraxis warten müssen.

Vielmehr geht es darum, wie wir vermeidbare Zeiträuber wie stundeslanges (ergebnisloses) Surfen im Internet, nervige Umfragen am Telefon oder Diskussionen um Kleinigkeiten erkennen und in die Flucht schlagen. Was mir persönlich dabei hilft, ist die Vorstellung, dass Zeit ein wertvolles und liebevoll verpacktes Geschenk ist, mit dem ich sorgsam umgehen und das ich klug einsetzen soll. Im Ideal heißt das: Ich gönne mir trotz aller Verpflichtungen im Job, Familie und Haushalt ausreichend Schlaf (und schaffe dadurch mehr am Tag, als wenn ich an der Nachtruhe spare), nehme mir Zeit für regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten (ebenfalls eine Investition in meine Gesundheit), Pausen (es reichen oft wenige Minuten), Sport und Hobbys.

Zugegeben: Im hektischen Alltag funktioniert dies nicht immer. Doch das Bewusstsein, dass Zeit ein wertvolles Geschenk ist, führt meiner Erfahrung nach dazu, dass man immer weniger bereit ist, sich seine Zeit stehlen zu lassen (jemanden bewusst Zeit zu schenken ist natürlich etwas anderes). Oder was würden Sie mit einem Dieb machen, den Sie gerade auf frischer Tat ertappen? Vermutlich je nach Situation die Polizei rufen, Ihre Wertsachen verteidigen oder den Räuber in die Flucht schlagen, oder?