Weniger Stress: Weil ich es mir wert bin

Portrait einer Frau mit Sonnenbrille. Relaxen mit Schutz gegen Sonnenlichtund UV-Strahlen

Mit dem Stress ist es so eine Sache. Jede Frau hat ihn, aber keine will ihn. Oder doch? Mal ehrlich: Wer von uns hat sich nicht schon einmal damit gerühmt, gerade „voll im Stress“ zu sein? Wer viel um die Ohren hat, ist gefragt und erfolgreich – so lautet das gängige Klischee. Gerade wir Frauen geraten allzu leicht in die „Stressfalle“. Auf der Plattform BETTER than EVER habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie Frauen durch Wertschätzung sich selbst gegenüber wirkungsvoll Stress abbauen können. BETTER than EVER ist eine Miteinander-Plattform von Frauen für Frauen, die die Lebenslust in den Mittelpunkt stellt – getreu dem Motto: Das Alter ist nur eine Zahl. Hier könnt ihr meinen Gastbeitrag lesen.

Negative Gedanken? Werfen Sie sie weg!

Papierkorb auf Boden vor WandIn Paul Watzlawicks Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ gibt es eine schöne Geschichte von einem Mann mit einem Hammer: Der Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt er, hinüberzugehen und ihn sich auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er „Guten Tag“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer“.

Lesetipp: Time-Out für Mama

heidboehmer_time-out_rz5.inddKinder, Familie, Haushalt und Beruf – die meisten Mütter kennen Stress nur zu gut. Trotz verbesserter Kinderbetreuungsmöglichkeiten und verändertem Rollenverständnis ist es für Frauen noch immer eine große Herausforderung, alles „unter einen Hut zu bringen“. Dazu kommt: Entspannung wird in unserer Gesellschaft (leider) oft mit Egoismus verwechselt und passt nicht zu dem Bild der perfekten Mutter. Auch viele Frauen glauben, Entspannung nicht in ihren (viel beschäftigten) Alltag integrieren zu können. Weit gefehlt, sagt die Gesundheits-Expertin und Autorin Ellen Heidböhmer. Sie ist überzeugt: Auszeiten für Mütter sind möglich, selbst wenn sie glauben, dafür keine Zeit zu haben. So muss Entspannung nicht aufwändig sein oder schwierig zu lernen und umzusetzen sein – auch dann nicht, wenn eine Frau mehrere Kinder hat, alleinerziehend ist oder mit Belastungen wie pflegebedürftigen Eltern lebt. In ihrem Buch „Time-out für Mama“, erschienen bei Nymphenburger, nennt Ellen Heidböhmer zahlreiche verblüffend einfache Tipps, um im Laufe des Tages ohne Hilfsmittel oder Vorkenntnisse zu entspannen.

Was ich persönlich besonders praktisch finde: Die Entspannungs-Übungen sind nach Zeitaufwand (weniger als 5 Minuten sowie 5, 10 oder 15-20 Minuten) eingeteilt, sodass man ganz schnell eine passende Übung für sich finden kann, ohne lang suchen zu müssen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Viele der Übungen können auch zusammen mit Kindern durchgeführt werden. Für mich ist „Time-out für Mama“ ein gut gelungener Ratgeber, das jede Mutter kennen sollte.

Lass‘ doch mal los!

lisaÄrger mit dem Chef, Schwierigkeiten mit dem pubertierenden Nachwuchs oder Streit mit dem Partner: Wir alle haben schon einmal Situationen erlebt, in denen unsere Gedanken ständig um ein Problem kreisen. Das Dumme daran ist: Die ständige Beschäftigung mit einer Sache blockiert uns nicht nur. Es sorgt auch für zusätzlichen Stress, wenn wir auf etwas immer wieder „herumkauen“: Da unser Gehirn nicht zwischen Vorstellung und Realität unterscheidet, ist es so, als ob wir die (in diesem Fall negative) Situation immer wieder erleben. Dadurch nimmt das Problem immer größeren Raum in unseren Denken und Handeln ein und erscheint uns zunehmend unüberwindbar. Dauert diese Stresssituation länger an, kann dies zahlreiche gesundheitliche Folgen haben – angefangen von Muskelverspannungen über Magen-Darm-Probleme bis hin zu Schlafstörungen.

Gruppengefühl senkt Stress

Sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen, kann helfen, besser mit psychischen Belastungen fertig zu werden. Dies fanden Psychologen der Universität Hildesheim heraus. Sie untersuchten 85 junge Menschen, die sich für ein Sportstudium bewarben. Die Wissenschaftler teilten die Bewerber nach dem Zufallsprinzip in Gruppen zu je etwa 10 Personen ein. Anschließend absolvierten die Probanden über den Tag hinweg sechs verschiedene Sporttests (Schwimmen, Turnen, Basketball, Badminton, Kugelstoßen, 3-km-Lauf). Nach der Gruppeneinteilung sowie jeweils vor vier der sechs Disziplinen wurden sie zu ihrem subjektiven Stressempfinden und zu ihrer Identifikation mit der Gruppe befragt. Außerdem sollten die Probanden angeben, wie stark sie sich von ihren Gruppenmitgliedern emotional und praktisch unterstützt fühlten. Mittels Speichelproben ermittelten die Forscher die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Ergebnis: Je mehr sich die Bewerber mit ihrer Gruppe identifizierten, umso weniger gestresst waren sie.