Lesetipp: Mit dem Garten die Seele stärken

Mit dem Garten die Seele stärkenSmartphones, Computer oder Großraumbüros ohne Tageslicht – unsere Arbeits- und Lebensumgebung vieler Menschen ist heutzutage alles andere als natürlich. Wohl dem, der als Ausgleich einen Garten hat. Auch ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Unkraut jäten, Rosen schneiden oder Stauden pflanzen entspannt wunderbar und macht den Kopf im Nu wieder frei.

Doch der Garten kann auch Therapieort sein und tiefgreifende Veränderungen in uns auslösen. Davon sind die beiden Autorinnen Renate Polz und Claudia Reshöft des Buches „Mit dem Garten die Seele stärken“ (Trias Verlag, 2019) überzeugt. Durch Zufall gelangte die Journalistin Claudia Reshöft im Rahmen einer Recherche zu Renate Polz in die südliche Steiermark und blieb dort länger als geplant. Dort erfuhr sie nach einiger Zeit, dass deren Garten aus den bittersten Momenten ihres Lebens geboren war. Mit den Jahren ist daraus ein Ruhe- und Energieort geworden. Das Buch lässt die Leser/innen hautnah daran teilhaben: Man erfährt, was die einzelnen Jahreszeiten im Garten so besonders macht und wie man Frühling, Sommer, Herbst und Winter für sein seelisches Wohlbefinden nutzen kann. Zahlreiche Rezepte, kurze, einfache Übungen und praktische Tipps runden das Buch ab, das auch durch seine wunderschönen Fotos beeindruckt.

Mein Fazit: Ansehens- und lesenswert für alle, die Entspannung suchen und Gärten lieben.

Was mir beim Entspannen und Stress-Abbauen hilft

Meine Blogger-Kollegin Sarah betreibt die Website entspannungs-blog.de. Dort dreht sich alles um Wege zur Entspannung, Angstüberwindung und Persönlichkeitsentwicklung. Im Rahmen Ihrer Blogparade zum Thema „Was mir am meisten beim Entspannen und Stress abbauen  hilft“ bat sie mich, einen Beitrag zu verfassen. Dieser Bitte bin ich gerne nachgekommen, habe ich ohnehin schon über einen entsprechenden Text für meinen eigenen Blog nachgedacht. Zwar ist es mit Tipps zur Stress-Bewältigung so eine Sache. Denn so individuell wie die Stressfaktoren sind auch die Maßnahmen, die uns beim Stress-Abbauen helfen. Dennoch können individuelle Tipps wertvolle Anregungen liefern. Daher möchte ich euch verraten, wie ich persönlich am besten entspanne:

Lesetipp: Emotionale Stresskompetenz

Stress ist so alt wie die Menschheit und ein wichtiger Überlebensmechanismus. Doch war es früher die Bedrohung durch die viel zitierten Säbelzahntiger, die in uns eine Kampf- oder Fluchtreaktion ausgelöst haben, ist es heutzutage immer häufiger emotionaler Stress durch Arbeitsdruck, Zeitnot oder zu hohe Erwartungen, der uns belastet. Die Therapeutin und Autorin Michaele Kundermann ist überzeugt, dass es möglich ist, diesen meist hausgemachten Stress in den Griff zu kriegen und umzuleiten. Als Lösung nennt die Expertin für die Psychologie der Emotionen den Stress-Umkehr-Code – die Fähigkeit, negativen Stress („Panikum“) in gesunde Signale („Heurekum“) umzuleiten. Wie das gelingen kann, beschreibt sie in ihrem neuen Buch „Emotionale Stresskompetenz. Die Kunst der Selbstberuhigung“ (Goldegg Verlag, 2018). Mit konkreten Tipps und Schritt-für-Schritt-Anleitungen kann der Leser seinen ganz persönlichen Weg finden, dem hektischen Nervensystem Einhalt zu gebieten und in unterschiedlichen Situationen aufkeimenden Stress ab- und umzuleiten.

Was mir besonders gut gefällt, ist der Ansatz der Autorin, dass der Schlüssel zur Stressbewältigung in uns selbst liegt. So bezeichnet sie den Körper als besten Stress-Management-Coach, der lernen kann und soll, seine Botschaften wahrzunehmen und zu beachten. Ein wichtiger Tipp ist auch, die neuronale Achterbahn zu wechseln. Das heißt: Wir können uns in den meisten Situationen innerhalb von 5 Sekunden entscheiden, ob wir positiven oder negativen Stress empfinden wollen. Wichtig dabei ist unsere mentale Einstellung. Und daran lässt sich arbeiten, sodass mit der Zeit immer mehr konstruktive Gedanken die Oberhand gewinnen.

Oder anders ausgedrückt: Die Kunst der Selbstberuhigung entsteht aus der Erkenntnis und der Zuversicht, dass jeder selbst in der Hand hat, welche Emotionen seinen Körper durchfluten.

Gute Vorsätze: Der Glaube versetzt tatsächlich Berge

Eine Weiterbildung, mehr Gehalt oder  ein ganz neuer Job: Wer zum Jahreswechsel berufliche Vorsätze gefasst hat und diese erfolgreich umsetzen möchte, braucht Willenskraft und Durchhaltevermögen. In vielen Bereichen ist auch ein hohes Maß an Selbstkontrolle gefragt. So wird beispielsweise von Verkaufspersonal erwartet, im Kundenkontakt stets freundlich zu bleiben und seine wahren Gefühle zu unterdrücken. Das strengt an und kann zur Erschöpfung führen. Gute Nachricht: Wer davon ausgeht, dass Willenskraft kaum Grenzen kennt, kann auch mental anstrengenden Aufgaben besser bewältigen und die Selbstkontrolle erfolgreicher aufrechterhalten.

Auch das noch: Stress schadet dem weiblichen Gehirn

Wir alle kennen das: Stehen wir „unter Dampf“, werden wir schon mal vergesslich. Da bleibt der Schlüssel versehentlich liegen oder man vergisst, die Bluse aus der Reinigung abzuholen. Doch Stress hinterlässt auch langfristige Spuren im Gehirn. Möglicherweise erhöhen psychische Belastungen sogar das Demenz-Risiko. So zeigt eine neue US-Studie im Fachblatt Neurology, dass Menschen im mittleren Alter mit einem hohen Spiegel des Stresshormons Cortisol ein kleineres Gehirn aufweisen, das auch noch schlechter arbeitet. Frauen sind demnach vermutlich besonders anfällig für stressbedingte Veränderungen in der Gehirnstruktur.

Die Neurologen von der Harvard Medical School in Boston hatten im Rahmen der Framingham Heart-Studie die Daten von mehr als 2.200 Personen im Alter von durchschnittlich 49 Jahren ausgewertet. Die Probanden mussten morgendliche Blutproben abgeben und sich mehreren Gedächtnistests unterziehen. Die Veränderungen im Gehirn untersuchten die Wissenschaftler anhand von MRT-Bildern. Dabei zeigte sich, dass die Teilnehmer mit den höchsten Cortisol-Werten bei den Kognitionstests deutlich schlechter abschnitten als diejenigen mit normalen Stresshormonspiegeln. Doch nicht nur das: Die Probanden mit den höchsten Stresshormonwerten am Morgen wiesen auch ein geringeres Großhirnvolumen auf. Signifikante Unterschiede gab es hier jedoch nur für Frauen, nicht aber für Männer. Bezüglich der weißen Substanz im Gehirn zeigte sich ein Zusammenhang mit zwischen hohen Cortisol-Spiegeln und Schäden der betroffenen Nervenfasern. Eine Veränderung der weißen Substanz gilt als möglicher Auslöser einer Demenzerkrankung. Wie genau hohe Cortisol-Werte mit kognitiven Defiziten und Gehirnveränderungen zusammenhängen, ist noch unklar. Ebenso, ob die erhöhten Hormon-Spiegel Ursache oder Folge der Hirnveränderungen sind.

Meine Take-Home-Message für all diejenigen (und nicht nur für Frauen), die bis ins hohe Alter geistig fit bleiben wollen, ist: Das Gehirn fordern, aber sich nicht ständig überfordern. Also lieber mal einen Gang runterschalten und sich zwischendurch entspannen – auch wenn es nur ein paar Minuten sind. Das Gehirn und der wiedergefundene Schlüssel werden es einem danken. 😉