Stress News

Was gibt es Neues zum Thema Stress? Untersuchungen, Erkenntnisse und neue Methoden zur Stressbewältigung und zum Stressabbau.

Guter Schlaf senkt Ehestress

Verheiratete sollten ihrer Gesundheit und Ehe zuliebe auf eine gute Nachtruhe achten. Laut US-Forschern von der Ohio State University steigt durch Schlafmangel bei Vermählten das Risiko für stress-bedingte Entzündungen. Die Wissenschaftler hatten 43 Ehepaare zu zwei Untersuchungsterminen eingeladen. Diese sollten ein konfliktreiches Thema in ihrer Beziehung besprechen. Vor und nach dem Termin gaben die Probanden Blutproben ab und gaben an, wie lange sie in den beiden vorangegangenen Nächten geschlafen hatten. Diejenigen mit kurzer Nachtruhe zeigten eine deutlich größere Entzündungsreaktion auf den Konflikt. Pro Stunde Schlaf weniger stieg die Konzentration zweier bekannter Entzündungsmarker um sechs Prozent. Nicht zuletzt verhielten sich Ehepartner, die weniger als sieben Stunden pro Nacht schlummerten, auch häufiger aggressiv und ärgerlich. (Psychoneuroendocrinology)

Zu viel arbeiten ist ungesund

Dass zu viel Arbeit der Gesundheit schaden kann, ist bekannt. Doch dies gilt nicht nur für Manager mit 14 Stunden-Arbeitstagen. Wie Wissenschaftler der Australian National University in Canberra herausfanden, liegt die kritische Grenze bereits bei 39 Stunden wöchentlich – eine Stundenzahl, wie sie für viele Vollzeitjobs üblich ist.

Für ihre Studie hatten die Forscher 8.000 Erwachsene im Alter zwischen 24 und 65 Jahren zu Haushalt, Einkommen und Arbeitsdynamik befragt. Wie die Auswertung der Daten ergab, wirkten sich lange Arbeitszeiten negativ auf die mentale und körperliche Gesundheit aus. Den Grund hierfür sehen die Studienautoren in der durch lange Arbeitstage bedingten geringen Freizeit. Dadurch bliebe Betroffenen weniger Zeit, sich gesund zu ernähren oder durch Sport und Entspannung für Ausgleich zu sorgen.

Frauen oft stärker belastet

Interessant sind auch die ermittelten großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So lag die allgemeine „gesunde Grenze“ für Männer bei bis zu 47 Arbeitsstunden wöchentlich, da diese weniger Zeit mit Kindererziehung, Pflege  und Haushalt verbringen. Bei weiblichen Arbeitnehmern erhöhte sich bereits ab 34 Stunden Arbeitszeit pro Woche das Risiko für Stress und mentale Erkrankungen. „Trotz der Tatsache, dass Frauen im Durchschnitt genauso gut ausgebildet sind wie Männer, haben sie oft schlechter bezahlte Jobs und weniger Autonomie als Männer“, erklärt Studienleiterin Dr. Huong Dinh. Zudem sei ihre Belastung durch Familie und Haushalt auch heutzutage meist immer noch größer.

Die Studie wurde auch im Fachblatt Social Science & Medicine veröffentlicht.

Abfragen verringert Prüfungsstress

Wer Angst vor einer bevorstehenden Prüfung hat, sollte auf eine altbewährte Methode setzen und sich regelmäßig abfragen lassen. Wie US-Forscher der Tufts University herausfanden, schnitten Teilnehmer, denen Test-Aufgaben erneut präsentiert wurden, deutlich besser ab als solche, die diese nur einmal zu lesen bekamen. Auch unter Stress fiel das Ergebnis mit der „Erinnerungsmethode“ nur unwesentlich schlechter aus als zuvor. Die Studienautoren vermuten, dass das aktive Sich-Erinnern hilft, das Gelernte im Gehirn besser zu verfestigen. So werde jedes Mal, wenn man den Lernstoff abrufe, eine neue Gedächtnisspur angelegt. So habe man im Ernstfall mehrere Möglichkeiten, auf die Information zurückzugreifen. (science.ORF.at)

Insofern war vielleicht das Abfragen von Englisch- oder Französisch-Vokabeln zu Schulzeiten keine so schlechte Idee. 😉

„Always on“ stresst

Woman sleeping and holding a mobile phone in the bedWenig überraschend und doch erschreckend: Wir sind eine gestresste Nation. Sechs von zehn Erwachsenen hierzulande stehen unter Strom, fast jeder Vierte gibt sogar an, häufig gestresst zu sein. Das geht aus der TK-Stressstudie 2016  „Entspann dich, Deutschland“ hervor, die die Techniker Krankenkasse (TK) in Berlin vorgestellt hat. Hierfür hatte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Juni und Juli 1.200 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren  zu  ihrem Stresslevel und ihren Entspannungsstrategien in Alltag, Freizeit und Beruf befragt.

Aquarien tun der Seele gut

Öffentliche Aquarien erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Kein Wunder: Landschaften unter Wasser tun der Seele gut, wie eine anglo-amerikanische Studie belegt. Forscher der Universitäten Plymouth und Exeter sowie der California Academy of Sciences hatten Besucher während des zehnmonatigen Umbaus eines Aquariums beobachtet und deren Verweildauer ermittelt. Erwartungsgemäß motivierte das voll bestückte Aquarium die Menschen am längsten zur Betrachtung. Zusätzlich stellten die Wissenschaftler fest, dass der Entspannungseffekt umso größer war, je mehr Fische darin schwammen. In diesem Fall sanken Blutdruck und Herzfrequenz am deutlichsten. Die positiven Effekte stellten sich bereits nach fünf Minuten ein. (Mensch & Tier)