Stress News

Was gibt es Neues zum Thema Stress? Untersuchungen, Erkenntnisse und neue Methoden zur Stressbewältigung und zum Stressabbau.

Zu viel arbeiten ist ungesund

Dass zu viel Arbeit der Gesundheit schaden kann, ist bekannt. Doch dies gilt nicht nur für Manager mit 14 Stunden-Arbeitstagen. Wie Wissenschaftler der Australian National University in Canberra herausfanden, liegt die kritische Grenze bereits bei 39 Stunden wöchentlich – eine Stundenzahl, wie sie für viele Vollzeitjobs üblich ist.

Für ihre Studie hatten die Forscher 8.000 Erwachsene im Alter zwischen 24 und 65 Jahren zu Haushalt, Einkommen und Arbeitsdynamik befragt. Wie die Auswertung der Daten ergab, wirkten sich lange Arbeitszeiten negativ auf die mentale und körperliche Gesundheit aus. Den Grund hierfür sehen die Studienautoren in der durch lange Arbeitstage bedingten geringen Freizeit. Dadurch bliebe Betroffenen weniger Zeit, sich gesund zu ernähren oder durch Sport und Entspannung für Ausgleich zu sorgen.

Frauen oft stärker belastet

Interessant sind auch die ermittelten großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So lag die allgemeine „gesunde Grenze“ für Männer bei bis zu 47 Arbeitsstunden wöchentlich, da diese weniger Zeit mit Kindererziehung, Pflege  und Haushalt verbringen. Bei weiblichen Arbeitnehmern erhöhte sich bereits ab 34 Stunden Arbeitszeit pro Woche das Risiko für Stress und mentale Erkrankungen. „Trotz der Tatsache, dass Frauen im Durchschnitt genauso gut ausgebildet sind wie Männer, haben sie oft schlechter bezahlte Jobs und weniger Autonomie als Männer“, erklärt Studienleiterin Dr. Huong Dinh. Zudem sei ihre Belastung durch Familie und Haushalt auch heutzutage meist immer noch größer.

Die Studie wurde auch im Fachblatt Social Science & Medicine veröffentlicht.

Abfragen verringert Prüfungsstress

Wer Angst vor einer bevorstehenden Prüfung hat, sollte auf eine altbewährte Methode setzen und sich regelmäßig abfragen lassen. Wie US-Forscher der Tufts University herausfanden, schnitten Teilnehmer, denen Test-Aufgaben erneut präsentiert wurden, deutlich besser ab als solche, die diese nur einmal zu lesen bekamen. Auch unter Stress fiel das Ergebnis mit der „Erinnerungsmethode“ nur unwesentlich schlechter aus als zuvor. Die Studienautoren vermuten, dass das aktive Sich-Erinnern hilft, das Gelernte im Gehirn besser zu verfestigen. So werde jedes Mal, wenn man den Lernstoff abrufe, eine neue Gedächtnisspur angelegt. So habe man im Ernstfall mehrere Möglichkeiten, auf die Information zurückzugreifen. (science.ORF.at)

Insofern war vielleicht das Abfragen von Englisch- oder Französisch-Vokabeln zu Schulzeiten keine so schlechte Idee. 😉

„Always on“ stresst

Woman sleeping and holding a mobile phone in the bedWenig überraschend und doch erschreckend: Wir sind eine gestresste Nation. Sechs von zehn Erwachsenen hierzulande stehen unter Strom, fast jeder Vierte gibt sogar an, häufig gestresst zu sein. Das geht aus der TK-Stressstudie 2016  „Entspann dich, Deutschland“ hervor, die die Techniker Krankenkasse (TK) in Berlin vorgestellt hat. Hierfür hatte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Juni und Juli 1.200 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren  zu  ihrem Stresslevel und ihren Entspannungsstrategien in Alltag, Freizeit und Beruf befragt.

Aquarien tun der Seele gut

Öffentliche Aquarien erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Kein Wunder: Landschaften unter Wasser tun der Seele gut, wie eine anglo-amerikanische Studie belegt. Forscher der Universitäten Plymouth und Exeter sowie der California Academy of Sciences hatten Besucher während des zehnmonatigen Umbaus eines Aquariums beobachtet und deren Verweildauer ermittelt. Erwartungsgemäß motivierte das voll bestückte Aquarium die Menschen am längsten zur Betrachtung. Zusätzlich stellten die Wissenschaftler fest, dass der Entspannungseffekt umso größer war, je mehr Fische darin schwammen. In diesem Fall sanken Blutdruck und Herzfrequenz am deutlichsten. Die positiven Effekte stellten sich bereits nach fünf Minuten ein. (Mensch & Tier)

Mit Kunst Stress abbauen

Das ist doch mal eine schöne Nachricht: Sich künstlerisch zu betätigen, scheint ein wirkungsvolles Mittel gegen Stress zu sein – selbst dann, wenn man kein zweiter Picasso ist. Darauf deutet eine US-Studie an der Drexel University in Philadelphia hin. Die dortigen Forscher hatten 39 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 59 Jahren zu einer Kunst-Stunde eingeladen. Fast jeder Zweite hatte kaum oder keinerlei Kunsterfahrung. Für die kreative Gestaltung standen den Teilnehmern Stifte und Papier, Modelliermasse und Collagen-Material zur Verfügung. Mit diesem durften sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Nur für etwaige Fragen stand ihnen ein Kunsttherapeut zur Seite. Wie die Auswertung der vorher und nachher entnommenen Speichelproben ergab, sanken die Cortisol-Spiegel der Probanden um 75 Prozent. Bei jüngeren Teilnehmern war der entspannende Effekt am größten. Die Wissenschaftler erklären den Unterschied damit, dass Ältere im Laufe ihres Lebens bereits mehr Problemlösungsstrategien entwickelt haben und mit Stress tendenziell besser umgehen können.

Interessant auch: Der stressmindernde Effekt war unabhängig davon, ob jemand bereits Erfahrung mit Kunst hatte oder nicht. Grund genug also, um mal  wieder Pinsel und Stift in die Hand zu nehmen oder einfach ein Mandala auszumalen.