Lesetipp: Emotionale Stresskompetenz

Stress ist so alt wie die Menschheit und ein wichtiger Überlebensmechanismus. Doch war es früher die Bedrohung durch die viel zitierten Säbelzahntiger, die in uns eine Kampf- oder Fluchtreaktion ausgelöst haben, ist es heutzutage immer häufiger emotionaler Stress durch Arbeitsdruck, Zeitnot oder zu hohe Erwartungen, der uns belastet. Die Therapeutin und Autorin Michaele Kundermann ist überzeugt, dass es möglich ist, diesen meist hausgemachten Stress in den Griff zu kriegen und umzuleiten. Als Lösung nennt die Expertin für die Psychologie der Emotionen den Stress-Umkehr-Code – die Fähigkeit, negativen Stress („Panikum“) in gesunde Signale („Heurekum“) umzuleiten. Wie das gelingen kann, beschreibt sie in ihrem neuen Buch „Emotionale Stresskompetenz. Die Kunst der Selbstberuhigung“ (Goldegg Verlag, 2018). Mit konkreten Tipps und Schritt-für-Schritt-Anleitungen kann der Leser seinen ganz persönlichen Weg finden, dem hektischen Nervensystem Einhalt zu gebieten und in unterschiedlichen Situationen aufkeimenden Stress ab- und umzuleiten.

Was mir besonders gut gefällt, ist der Ansatz der Autorin, dass der Schlüssel zur Stressbewältigung in uns selbst liegt. So bezeichnet sie den Körper als besten Stress-Management-Coach, der lernen kann und soll, seine Botschaften wahrzunehmen und zu beachten. Ein wichtiger Tipp ist auch, die neuronale Achterbahn zu wechseln. Das heißt: Wir können uns in den meisten Situationen innerhalb von 5 Sekunden entscheiden, ob wir positiven oder negativen Stress empfinden wollen. Wichtig dabei ist unsere mentale Einstellung. Und daran lässt sich arbeiten, sodass mit der Zeit immer mehr konstruktive Gedanken die Oberhand gewinnen.

Oder anders ausgedrückt: Die Kunst der Selbstberuhigung entsteht aus der Erkenntnis und der Zuversicht, dass jeder selbst in der Hand hat, welche Emotionen seinen Körper durchfluten.

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