„Schrei mich nicht an!“ oder wie man Elektrogeräten den Mund verbietet

Zugegeben: Ich bin eine Dinosaurierin – zumindest, was die Nutzung von Smartphones betrifft. Alleine wegen der Geräusche, die die internetfähigen Multimedia-Handys von sich geben, wenn sich Anrufe, neue Nachrichten oder Termine ankündigen. Ob „Pling“, vogelähnliches Zwitschern oder ein mit kindlicher Stimme gesprochenes „Die Post ist da.“ Die akustischen Benachrichtigungen in meiner Umgebung lassen mich fast jedes Mal schreckhaft hochfahren oder genervt die Augen verdrehen. „Wo liegt denn da das Problem?“, werden Sie einwenden. „Die Signale kann man doch leiser stellen oder ganz abschalten.

Das ist sicherlich richtig. Ich befürchte jedoch, dass wir allmählich von piepsenden oder quatschenden Elektrogeräten vereinnahmt werden. Denn was fällt dem Hersteller unserer relativ neuen Mikrowelle ein, uns wenige Sekunden nach Ende der Garzeit mit einem vierfach durchdringenden „Piep“ an seinen nunmehr zubereiteten Inhalt zu erinnern? Und das wiederholt. Nun gut, so manches Mal hätte ich die erwärmte Milch sonst vielleicht vergessen. Doch es gab schon Situationen, da hab ich der Mikrowelle einfach nur ein „Schrei-mich-nicht-an“ entgegengeschleudert. Bis heute habe ich nicht herausgefunden, wie man dem frechen Gerät den Mund verbieten kann. Ähnliches gilt für unsere Waschmaschine und unseren Wäschetrockner. Auch sie geben nach dem Wasch- beziehungsweise Trockenvorgang gerne und oft ein schrilles „Tüüt“ von sich.  Allerdings weiß ich inzwischen, wie man bei ihnen das akustische Signal ausschaltet. Und das werde ich auch tun. Denn ich glaube, unsere eigenen vier Wände sollten eine Oase der Ruhe bleiben – gerade, wo es „draußen in der Welt“ zunehmend lauter und hektischer zugeht.

Doch was ist, wenn ich zukünftig wieder öfter die Wäsche vergesse? Da kommt mir eine Idee: Wie wäre es, wenn man sich einfach seine Lieblingssongs auf Waschmaschine und Co. laden könnte? Schließlich ist dies bei Handy-Klingeltönen doch auch ganz einfach möglich. Und die Lieblingsmusik wirkt Studien zufolge ja auch entspannend. Apropos, ich muss jetzt schlussmachen. „Joshua Kadison“ klingelt gerade.

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